Mehrgenerationenhaus Eschborn

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Theaterluft im Mehrgenerationenhaus – "Auf einmal fremd. Ein Generationenaustausch"

Theaterprojekt mit jungen Geflüchteten und Seniorinnen – Persönlicher Rückblick einer Teilnehmerin

Nach einem halben Jahr, in dem wir uns intensiv auf ein völlig neues Erlebnis eingelassen hatten und viele neue Erfahrungen machten, war es geschafft:

Die Aufführung an dem heißen Junitag und das anschließende Fest im Großen Saal des Gemeindehauses mit vielen gleichgesinnten Freunden und mit Familien aus Syrien und Afghanistan, Marokko und aus aller Welt waren lebendig und freundlich – und ich wünschte mir, die Welt würde so sein: bunt, vielfältig und harmonisch!

Vorausgegangen war langes und manchmal auch anstrengendes Üben: Positionen wurden immer wieder probiert, Sätze eingeübt und verändert, der Ausdruck, die Haltung, die Gänge auf der Bühne sowie Choreographien trainiert, das Sprechen geübt. Die Texte, die in der halbstündigen Collage zum Thema „Weggehen und Ankommen“ vorgetragen wurden, hatten wir selbst erarbeitet: junge Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan sowie Seniorinnen der Kriegsgeneration, die ebenfalls Fluchterlebnisse mitbrachten.

Als wir erfuhren, dass wir nur noch acht Wochen bis zum „Countdown“ hatten, stiegen nochmals  Energie und Konzentration. Viel Zeit brauchten wir, ganze Wochenenden probten wir, und die Theaterpädagoginnen Charlotte, Ulli, Marisa und Anja arbeiteten hochintensiv. Während der gemeinsamen Mittagessen hatten wir Zeit für privaten Austausch. Die Afghanen hatten Sorgen wegen ihrer Anerkennung und Angst vor Abschiebung. Die Briefe von der Behörde waren oft Thema und bedrückten uns alle.

Wir wünschten uns noch mehr Möglichkeiten, Beziehungen zwischen den Seniorinnen und den „Jungs“ zu knüpfen. Das floss ein in den Schlusssatz unserer Aufführung: „Ich würde euch so gern kennenlernen und von euren Erfahrungen hören und auch von mir erzählen.“

Und:  „Wir haben dasselbe erlebt“, stellte der junge Syrer in der letzten Szene fest.

Könnte trotz der unterschiedlichen kulturellen Herkunft gegenseitiges Verstehen und das Kennenlernen unserer individuellen Lebensgeschichten die Voraussetzung für ein gutes Miteinander sein?

Einige Wochen nach der Aufführung hat es ein Nachtreffen gegeben, an dem fast alle „Schauspieler“ teilnahmen. Es ist uns wichtig, uns nicht aus den Augen zu verlieren. Das gemeinsame Theaterspiel war erst der Anfang der Begegnung.

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